Sensorisches Gefühl

Hallo Leute,

seit einiger Zeit ist meine Blutzuckereinstellung nur noch eine Katastrophe. Ich möchte Euch heute etwas mehr darüber berichten, woran es vor allem liegt.

Mein integrierter Sensor

Ich habe einen integrieren Sensor für meine Blutzucker. Doch leider ist er vor etwa sechs Wochen kaputt gegangen. All gegenwärtig hat er meinen Blutzucker gemessen und ich bekam das Ergebnis unmittelbar mitgeteilt. Er hat mir über viele Jahre, vielleicht auch Jahrzehnte, ausgesprochen gute Dienste erwiesen. Wenn er funktioniert, ist er der weltbeste Sensor überhaupt und keine Technik kann ihm das Wasser reichen. Mein Sensor misst nicht im Gewebe und ist auch von keinem Euch bekannten Hersteller. Es ist

mein Gefühl!

Mein Gefühl ist wie ein großer Sensor, der mir bisher immer sehr zuverlässig gemeldet hat, wenn mein Blutzucker zu hoch war. Ehrlich gesagt, habe ich nie gemerkt, wie wichtig mein Gefühl zur Blutzuckereinstellung ist. Erst als mein Gefühl nicht mehr funktionierte, habe ich schmerzlich erfahren, wie sehr ich mich doch bei der Einstellung darauf verlassen konnte.

Ich möchte Euch ein Beispiel nennen. Ich gehe Mittags essen. Schätze das liebevoll in einer Zentralküche zubereitete Essen, das schon seit gut zwei Stunden in eine Metallbox darauf wartet verschlungen zu werden. Ich gebe den entsprechenden Bolus ab und fertig. Wenn ich mich dann am Nachmittag putzmunter fühle, habe ich richtig geschätzt und ich habe Abends beim Messen einen guten Wert, nicht höher als 140 mg/dl (7.8 mmol/l). Wenn ich mich vertan habe mit dem, was ich da so verzehrt habe, merke ich spätestens bei einem Blutzucker von 230 mg/dl (12.8 mmol/l) am Nachmittag, dass ich korrigieren muss. Ob beim Laufen, Sport, Einkaufen … mein Gefühl hat mich immer unterstützt. Für einen guten HBA1c Wert im Bereich von 6% – 7% musste ich 3 bis 4 mal am Tag messen. Doch seit sechs Wochen ist alles anders. Ich fühle mich Nachmittags putzmunter, obwohl mein Blutzucker die 230 mg/dl (12.8 mmol/l) übersteigt. Am Abend erwarte ich auf meinem Messgerät einen guten Wert, und habe dann 380 mg/dl (21.1 mmol/l), und wenn ich Pech habe noch mehr. Es ist wie verhext. Ich vermisse das Gefühl, das mir sagt,wenn mein Blutzucker steigt. In der Zwischenzeit messe ich gut 10 bis 12 mal am Tag und mach mir deswegen in meiner Arztpraxis keine Freunde.

Meine Blutzuckereinstellung hat sich auch geändert. Sie ist viel empfindlicher geworden als früher. Ich weiß nicht, ob es am vielem Messen liegt und ich mehr herum korrigiere, oder ob sich mein Diabetes wirklich verändert hat. Mal klappt abends ein Faktor von 0.7 I.E/BE, mal brauche ich 1.2 I.E./BE. Es ist komisch zur Zeit. Ich möchte meinen alten Diabetes wieder zurück haben.

Es sieht aus, wie das Ende einer Remissionsphase

Bekannte aus Facebook Gruppen haben mich gefragt, ob meine Remissionsphase zu Ende gegen sein kann. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich je eine Remissionsphase hatte. Ich habe damals mit vier Diabetes bekommen und kann mich an etwas wie eine Remission nicht erinnern. Ich bin immer davon ausgegangen, das bei mir keine Beta Zelle überlebt hat.

Und jetzt

Jetzt messe ich halt sehr viel und korrigiere dementsprechend sehr viel und starte immer wieder neue Versuche meine Faktoren zu bestimmen. Komischerweise ist die Basalrate ganz ordentlich eingestellt. Mal sehen, ob er, mein Herz aller liebster Diabetes, sich nächstes Jahr wieder beruhigt. Wie sieht das bei Euch aus, kennt Ihr das auch?

Viele Grüße Euer Thomas

P.S

A long long time ago I can still remember how (Don McLean) …

… es ist schon eine Weile vergangen, seit meinem letzten Post. Mein Blog hatte lange Antwortzeiten von tagsüber bis zu 4 Sekunden und nachts immer noch 2 Sekunden. Daraufhin habe ich alles neu installiert und zuerst nur den Text ohne Bilder in mein Blog gestellt. Die Problemlösung war aber etwas zäher. Zum Glück läuft jetzt alles wieder rund. Irgendwann stell ich mir meinen eigenen Rechner als Server auf.

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thomas

Comments
  1. Toller Beitrag. Hab leider gerade das selbe Problem mit permanent hohen Werten.
    Hab jetzt schon die Basalrate erhöht denn die Faktoren stimmen soweit.

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    • Liebe Kerstin, ich freue mich sehr, dass ich einen Leser wie Dich habe. Ich habe Dir gegenüber richtig ein schlechtes Gewissen, weil ich auch noch eine PN zu dem Thema schreiben wollte. Es ist gut zu wissen, dass man nicht allein ist, mit seinem Problem. Ich hoffe, dass sich Deine hohen Werte wieder einrenken. Manchmal ist es wirklich wie verhext. Viele Grüße Thomas

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  2. Ich bin seit 1972 Diabetes Typ 1. Es hat sich viel zum guten Geändert aber ich halte mache alle 10 Tage einen Tag um eine Ketoazidose zu verhundern. In der Schulung vor 6 Jahren habe ich gelernt das auch Aufregung ob positiv oder negativ auch den BZ steigen lässt. Der Arzt hat mir gesagt ich soll nicht so oft Blutzuckerwerte abnehmen da es einen nur verunsichert. Jetzt nehme ich 5mal am Tag Blut ab und einmal die Woche nachts um 2 Uhr. Da meine Bachspeicheldrüse durch meine eigene Abwehr zerstört wurde hat meine Abwehr jetzt auch meine Schilddrüse zerstört.

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