Hohe Werte

Hallo Leute,

zur Zeit läuft es nicht besonders gut mit einer Einstellung und nach 42 Jahren ist mein Diabetes stur wie noch nie. Ich merke es kaum noch, wenn ich hohe Werte habe. Es vergeht dann auch noch mal eine ganz Weile, bis ich wahrnehme, dass sich meine Einstellung in einer Schieflage befindet. Auch gerate ich nicht mehr so schnell wegen der hohen Werte in Panik, wie es früher einmal der Fall war. Wirklich in Panik gerate ich eigentlich nur noch bei der Feststellung, dass ich bei hohen Werten nicht mehr in Panik gerate. Ist es dann so weit, kämpfe ich gegen meine hohen Werte an. Als erstes konzentriere ich mich auf das Essen, damit ich nicht unbewusst etwas ohne Insulinzugabe in den Mund stecke. Habe ich das einigermaßen im Griff, prüfe ich meine Faktoren und, nach den Faktoren, die Basalrate. Meistens gelingt es mir auch nicht, wenn mein Diabetes schlecht läuft, das Essen gut abzuschätzen, und so wiege ich in dieser Phase gern mein Essen ab. Das mache ich ein paar Wochen lang und dann spüre ich schon, dass es besser klappt. Manchmal ist mein Diabetes auch ziemlich hartnäckig und lässt sich schwer in die Schranken verweisen. Dann geht es noch wochenlang auf und ab mit meinen Werten. Mal habe ich Werte von 50 mg/dl. Darauf folgen dann fast unbemerkt, ganz ohne vernünftigen Grund, hohe Werte von bis zu 380 mg/dl. Dies passiert, obwohl ich meine Faktoren überprüft habe und ich das Essen abwiege.

Wenn er – mein Diabetes – so hartnäckig ist, bin ich es auch! Ich werde dann sehr penibel und plane meinen Tag genauer, vor allem die Zeiten, in denen ich Sport mache. Ich laufe nun genau drei mal in der Woche. Wenn ich weniger pro Woche laufe oder mehr, so habe ich das Gefühl, dass ich das Chaos nicht in den Griff bekomme. Drei mal, gut zwei Stunden, scheint für mich perfekt zu sein, um meinem Diabetes zu zeigten, wer das Sagen hat.

Allerdings vergeht heute viel mehr Zeit als früher, bis ich so weit bin, um diese Mausnahmen auch durchzuziehen. Auch sind meine Blutzuckerwerte in der Zwischenzeit viel höher, als früher, ohne dass ich es besonders merke. Manchmal habe ich Angst, dass es Konsequenzen hat und ich Folgeschäden davon trage. Ich war heute beim Augenarzt und er konnte zum Glück noch nichts feststellen. Da sich Veränderungen aber erst ein halbes Jahr später an den Augen zeigen, soll ich in einem halben Jahr wieder kommen. Der Albumin – Wert im Urin, der etwas über die Schädigung an den Nieren aussagt, war letzte Woche unauffällig. Angst ist schon ganz gut für meine Motivation. Es hilft mir aber nichts, wenn mit mein Arzt in den Ohren liegt, ich solle an die Folgeschäden denken. Ich muss innerlich in Panik sein, damit ich Angst vor den Folgeschäden bekommen. Oh, wie ich ihn hasse, meinen Diabetes.

Und während ich so mit meinem Diabetes in Kampfstimmung bin, merke ich gar nicht, dass die Einstellung schon wieder ordentlich ist, und er, mein besagter Diabetes, den geordneten Rückzug angetreten hat. Hohe Werte gehören endlich der Vergangenheit an.

Ich erinnere mich in solchen Phasen gerne an Zeiten, in denen es mit ihm besser lief. Ich schaue mir dann Bilder an, auf denen es mir gut geht. Diese können mich ganz gut motivieren.

Das Bild zeigt mich nach meinem Bänderriss. Ich hatte danach etwas an Gewicht zugelegt und durch die fehlende Bewegung war mein Diabetes ein riesiges Monster geworden. Der Lauf war für mich wie eine Befreiung.

So sieht mein Monster aus. Das Bild habe ich im Palmengarten gemacht. Dort stehen die Skulpturen. Ich bin gerade dabei aus Spaß an der Freude aus ein kleines Daumenkino aus dem Bild zu machen, bin aber noch nicht fertig. Wenn ich soweit bin, poste ich es hier im Blog.

Und wenn ich mein Monster schlussendlich besiegt habe, zelebriere ich dies natürlich. Wie ich im Gedanken dann triumphiere und was ich dann mit meinem Diabetes mache, zeigt das nächste Bild.

Viele Grüße Euer Thomas

P.S.

In einer meiner nächsten Posts werde ich bestimmt noch mal auf das Thema Chaos in der Einstellung und Motivation eingehen, denn es beschäftigt mich zur Zeit sehr.

#Diabetes #dedoc #dblog #Motivation

You may also like...

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *